Geschichte der MK

Die Geschichte der MK-Lüneburg

Um einen Marineverein zu gründen, trafen sich 20 ehemalige Marineangehörige am 08. Februar 1909 in der Gaststätte Maack in der Apothekenstraße in Lüneburg.
Durch Aufruf in den "Lüneburg`schen Anzeigen" wurden alle Lüneburger, die bei der Kaiserlichen Marine gedient haben oder noch dienen, eingeladen, zwecks Gründung eines Marinevereins sich am 21. Februar 1909, nachmittags um 16:00 Uhr in Maacks Gaststätte einzufinden.
An der Gründerversammlung nahmen teil:
J.Krohne, C. Heitmann, P. Haensler, W. Stappenbeck, K. Krüger, F. Haensler, F. Engel, A. Lehmann, A. Heuer, H. Meyer, H. Stein, E. Wieckhorst, A. Hartmann, G. Meyer, J. Reuter, B. Woiciechowski, C. Kretzner, R. Bardowicks, A. Lüdemann, H. Goedecke, H. Riecke, C. Krüger, H. Ahlers, G. Haensler, G. Schäfer, Hörnemann und Schömann.
Durch seine Veranstaltungen wurde der Marineverein in Lüneburg und Umgebung bekannt. Marinebälle, Maskeraden und sonstige Veranstaltungen wurden sehr beliebt und wurden immer gut besucht.
An Festumzügen nahm der Verein mit Festwagen, Schiffs -und Bootsmodellen teil.

Am 01. November trat der Marineverein Lüneburg in den DEUTSCHEN MARINEBUND ein.
Von Anfang an wirkte im Hintergrund eine Frauengruppe am Vereinsleben mit.
1912 wurde dem Verein im Namen der Frauengruppe eine Vereinsfahne überreicht, die noch heute bei besonderen Anlässen getragen wird.

Nach dem ersten Weltkrieg war es nicht einfach, sich zum Marineverein zu bekennen.
Ständig waren Mitglieder den Anfechtungen politischer Parteien ausgesetzt.

1926 wurde eine Marinejugend ins Leben gerufen.
Unter der Anleitung des Bootsbauers H. Ahlers, hatten die jugendlichen die Gelegenheit, einen Kutter in Selbsthilfe zu bauen.

Nach der Machtübernahme durch die NSDAP blieb der Marineverein bestehen.
Lediglich die Marinejugendgruppe wurde von der Marine-Hitlerjugend übernommen.

Nach dem Zusammenbruch bei Kriegsende wurde der Marineverein von der britischen Besatzungsmacht verboten.
Es wurde der Kegelklub "Heiderose" gegründet, um den Kontakt untereinander nicht zu verlieren.

1950 haben die Kameraden Jacob Scheidt, Friedrich Bartheidel und Heinz Lehmann die ehemaligen Kameradschaftsvorsitzenden des Gaues NORDSEE angeschrieben, um zu ergründen, ob noch der Wunsch auf Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit besteht.
1952 erhielt Jacob Scheidt von der Besatzungsmacht die Lizenz zur Wiedergründung eines Marinevereins.
Dieser Verein gab sich nun den Namen:

"Marinekameradschaft Lüneburg und Umgebung e.V."

1953 wurden alle interessierten Marinevereine nach Hannoversch-Münden eingeladen, um die Wiedergründung des DEUTSCHEN MARINEBUNDES zu beschließen.
Auch an den Zustandkommen dieser Veranstaltung haben die Lüneburger Jacob Scheidt, Friedrich Bartheidel und Heinz Lehmann ihren wesentlichen Teil beigetragen.

Die Kameradschaft entwickelte sich zusehends. So konnte 1954 wieder eine Jugendgruppe ins Leben gerufen werden.
Auf Bundesebene trennte sich die Deutsche Marinejugend von dem Deutschen Marinebund, um die Förderungswürdigkeit zu erhalten.
Zwischen der Marinejugendgruppe Lüneburg und der Marinekameradschaft Lüneburg u. Umg. e.V. kam es dadurch zu einem "Vater/Sohn-Verhältnis".

Die langjährigen Bemühungen, ein geeignetes Bootshaus zu finden, führten, Dank der Initiative des Kameraden Kpt. z. See a.D. Karl Vesper zum Erfolg.
Auf der Hude, direkt an der Ilmenau gelegen, wurde ein passendes Gelände gefunden. Eine ehemalige Arbeitsdienstbaracke wurde erworben und in Eigenleistung zu einem Bootshaus ausgebaut.

Eine sogenannte Vereinsmüdigkeit und die Beantragung einer Mitgliedschaft von weiblichen Marineangehörigen (Marinehelferinnen) veranlasste den Deutschen Marinebund die strengen Aufnahmebedingungen zu lockern.
So wurde, und so ist es auch heute noch, das jeder unbescholtene Bürger, egal welchen Geschlechts, Mitglied in einer Kameradschaft werden kann, sofern es die Satzungen zulassen.

Die Marinekameradschaft Lüneburg hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, guten und kameradschaftlichen Kontakt zu anderen MK´en, Vereinen und Instituten aufzunehmen und zu pflegen. Hervorzuheben ist hier die Verbundenheit zum Patenschiff der Stadt Lüneburg, dem "Versorger Lüneburg".

Nach Auflösung der Marinejugendgruppe, wurde das Bootshaus zu einem Marineheim umgebaut. Es wurde dann zum Anlaufpunkt nicht nur vieler auswärtigen Kameradschaften, sondern auch zum Treffpunkt anderer Vereine.
Eine Gruppe der Canadien Seecadets, eine Gruppe aus Vittorio Venetto (Italien) und eine Marinegruppe der britischen Seecadets gehörten dazu.

Eine vom Hauptbootsmann Gerhard Hansen (Deutsche Marine) gestiftete und von Frau Magdalene Könecke angefertigte Vereinsfahne mit dem Emblem der MK-Lüneburg einerseits und dem Emblem des Deutschen Marinebundes anderseits versehen, konnte am 20. Juli 1981, anlässlich einer Marineveranstaltung, geweiht werden. Gleichzeitig wurde der "Leuchturm-Lüneburg" in Betrieb genommen.

Zum 80jährigen Bestehen fand in der Sparkasse Lüneburg die Ausstellung
"80 Jahre Marinekameradschaft Lüneburg" statt. Hier konnte sich die Bevölkerung von den Aktivitäten der Marinekameradschaft überzeugen.

Im Jahre 1992 gelang es den Vorsitzenden Hermann Ilchmann, durch Spendenaufkommen, die traditionelle Vereinsfahne von 1912 restaurieren zu lassen.

1992 wurde mit der Kameradschaft Köthen (Patenstadt der Stadt Lüneburg) Kontakt aufgenommen, die sich zu einer wahren Freundschaft entwickelt hat.
1993 startete die Kameradschaft in Zusammenarbeit mit dem "Versorger Lüneburg" eine Spendenaktion.
Das Troßschiff unternahm eine Fahrt nach Pillau und St. Petersburg. Hier kamen die Spenden zur Verteilung. Diese Aktion brachte ein Aufkommen von 5 Tonnen. Ein LKW der Bundeswehr übernahm den Transport zum Schiff.

Am 14. Mai 1994 verabschiedete sich die Besatzung von der Marinekameradschaft. Das Troßschiff Lüneburg wurde außer Dienst gestellt.

Oktober 1994 erhielt die Kameradschaft von der Stadt Lüneburg die Nachricht, dass das Bootshausgelände an eine Wohnungsbaugesellschaft verkauft worden ist. Dieses war ein harter Schlag. Die Kameradschaft wurde aufgefordert sich nach einen anderen Standort umzusehen. Hierbei waren der Oberbürgermeister, Herr Ulrich Mägde, sowie die Stadtverwaltung sehr behilflich. Nach mehreren Vorschlägen einigte man sich auf einer Fläche des Sportplatzes in der Lüner Kaserne. Mit dem Bau eines neuen Marineheims wurde 1996 begonnen. Am 28. Juni konnte das Richtfest gefeiert werden.

Die Besatzung des ehemaligen "Versorgers Lüneburg" führte seit Jahren zur Vorweihnachtszeit einen Punschverkauf in der Bäckerstraße durch. Der Erlös wurde dann dem Anna-Vogeley-Heim zur Verfügung gestellt. Diese schöne Geste hat, nachdem das Schiff außer Dienst gestellt wurde, die Kameradschaft mit grossen Erfolg übernommen.

Im Mai 1997 wurde der von dem Oberkommissar i. BGS, Herrn W. Press, gestiftete Mast des "Zerstörers Hessen" auf unserem Gelände aufgestellt.
Am 20. September 1997, 11:00 Uhr, war die offizielle Einweihung des neuen Marineheims, Am Fährsteg 37.
Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern waren angereist, darunter auch der neue Kommandant, Fregattenkapitän Jairo Parra Juan, des ehemaligen Troßschiffs Lüneburg, das jetzt den Namen "A.R.C. CARTAGENA DE INDIAS" führt und unter der Flagge Kolumbiens fährt.

Beim Abschluss dieser Chronik, die hier nur einen kleinen Ausschnitt der Aktivitäten der Marinekameradschaft Lüneburg wiedergeben kann, bedanken wir uns bei allen Freunden und Gönnern für Ihre großartige Unterstützung.

Unser Motto heißt:

"Weiter so, auf rechtem Kurs,

Volle Fahrt voraus ins nächste Jahrtausend!"

Karl-Heinz Wittneben (± 1999)


Winkeralphabet